IMS inmitten der Alpen...
Im Schutze riesiger Korallenriffe von der Größe des australischen Great Barriere Reefs entstanden an der Stelle der heutigen Alpen mächtige Kalkablagerungen. Heute ragen diese Kalksedimente als Gipfel des größten europäischen Gebirges in eisige Höhen.
Die Alpen: Ein Meisterwerk der Natur, voller Gefahren und zugleich lebenswichtiger Funktionen - erschaffen im Erdmittelalter, in für Menschen kaum vorstellbaren Zeiträumen und gigantischen geologischen Prozessen...
Die Entstehung
Geologisch gesehen sind die Alpen ein sehr kompliziertes Gebirge. Meeresablagerungen und unterschiedliche Krustengesteine verschiedenen Alters sind Teil des Aufbaus.
Die entscheidende Entstehungsphase begann während der Kreidezeit – vor 135 Millionen Jahren. Der anhaltende Druck und die Quetschung der Landmassen führte zum Herausheben der Alpen und einer Vortiefe im Bereich des heutigen Alpenvorlands. Mit bis zu fünf Millimetern pro Jahr wuchsen die Berge schließlich kilometerweit in die Höhe. Gleichzeitig begannen Wind und Wasser an dem jungen Gebirge zu nagen, Flüsse schwemmten abgetragenes Gesteinsmaterial ins Alpenvorland, wo sich das Molassebecken, eine riesige Schutthalde, bildete.
Mit jedem Meter Höhengewinn verstärkte sich die Erosion. Viele Kilometer Gestein wurden von den Elementen schon wieder abgetragen. Und mittlerweile wächst das Gebirge nur noch 0,5 Millimeter pro Jahr.
Die Entstehung der Dolomiten...
Klimascheide Alpen
Die Gesamtlänge des Gebirgswalls zwischen Genua und Wien beträgt 1.200 Kilometer, mit einem 150 und 250 Kilometer breiten Bogen erstrecken sich die Alpen vom Ligurischen Meer bis zum Pannonischen Becken.
Als höchster Berg ragt der Mont Blanc mit 4.808 Metern aus dem Gipfelmeer.
Sowohl für das Klima als auch für die Vegetation stellen die Alpen in Europa eine entscheidende Grenze dar und dienen vielen Ländern Europas als gigantischer Wasserspeicher. Das Gebirge trennt das mediterrane Klima von dem jahreszeitlich stärker ausgeprägten ozeanischen Klima Mitteleuropas. Gäbe es die Alpen nicht, könnten arktische Kaltfronten bis weit in den Mittelmeerraum vordringen.
Andererseits bliesen warme Wüstenwinde aus Nordafrika weit in den Norden - die subtropischen Strände Hamburgs würden Palmen säumen und an den Südhängen der norwegischen Berge würden Weinreben wachsen.
Die Alpen in Zahlen und Fakten
- Fläche: etwa 200.000 Quadratkilometern
- Länge: etwas 1.200 Kilometern
- Breite: 150 bis 250 Kilometern
- Länder: Frankreich, Monaco, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich, Slowenien
- Pflanzen: über 4.500 Arten
- Tiere: über 30.000 Arten
Südtirol erleben beim IMS...
Kultur- und Sprachgruppen in den Alpen
Im frühen Mittelalter entwickelten sich die Alpen zur Sprach- und Kulturgrenze zwischen germanischen im Norden und romanischen Sprachgruppen im Süden und Westen, unter Berücksichtigung der südslawischen Slowenen am östlichen Alpenrand.
Von der Vielfalt an Dialekten, die die ursprüngliche Abgeschiedenheit der Täler mit sich brachte, bleibt heute immer weniger übrig. Trotz der Konkurrenz durch die deutsche und die italienische Sprache konnten die alpinen Kleinsprachen Rätoromanisch, Ladinisch und Friaulisch überleben.
Ein interessantes Phänomen in sprachgeschichtlicher Hinsicht stellt die Ausbreitung des alemannischen Walser-Dialekts vom Oberwallis bis an die Grenze Tirols dar, welche durch die Inbesitznahme und Bewirtschaftung hoch gelegener Weidegründe zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erfolgte.
Die drei Sprachgruppen Südtirols...
Brauchtum & Kultur in den Alpen
Festlichkeiten und Bräuche im Alpenraum sind tief verwurzelt in Geschichte und Religion.
Sie entstanden oft in Verbindung mit überlieferten Dichtungen, Sagen oder Erzählungen, die sich häufig mit Göttern und Dämonen befassten.
Die Menschen wollten die Urgewalten der Natur beschwören und sich vor Naturgefahren schützen. Als das Christentum im Frühmittelalter in das Alpengebiet vordrang, vermischten sich heidnische Bräuche mit christlichen Feiern.
Die Dolomiten-Saga...
Die verbreiteten Steinsetzungen (wie die „Stoanernen Mandlen“ im Sarntal) scheinen sowohl praktischen als auch kultischen Hintergrund zu haben.
Die bäuerliche Tradition spielte im alpinen Brauchtum und der alpinen Volksmusik stets eine herausragende Rolle (wie: Alpsegen, Almabtrieb, Jodeln, Alpenländische Volksmusik).