Früh förderte sein Vater die Leidenschaft seines Sohnes. Die ersten Kletterversuche unternahm Simone mit 13 Jahren in den Bergamasker Alpen. Kein Wunder, dass er von 1985 bis 1992 Athlet der italienische Kletter-Nationalmannschaft war und später deren Trainer wurde. Noch heute trainiert Simone sein Kletterkönnen im Bereich 8a bis 8b+ als Basis für seine Expeditionen. Aber er ist weder für seine Fels- noch für seine Mixed-Erfolge (bis M11) bekannt geworden – dafür sorgten die Erfolge als Höhenbergsteiger. 1992 sollte er bei seiner ersten Expedition den Gipfel des Everest zwar nicht erreichen, aber schon im nächsten Jahr gelang ihm die erste Winterbesteigung des Aconcagua (6962 m) in nur 13 Stunden. 1996 durchstieg er die »Super-Canaleta« am Fitz Roy im Alpinstil in nur 25 Stunden vom Basislager zum Gipfel und zurück. Und 2000 stand er dann endlich auf dem Gipfel des Everest. Heute kann Simone auf zehn Winterexpeditionen zurückblicken: für Aufsehen sorgte 2005 die erste Winterbegehung der Shisha Pangma (8027 m) über die Südwand mit Piotr Morawski. 2006 gelang ihm die erste Süd-Nord-Traverse des Mount Everest im Alleingang und 2009 folgte sein bisher letzter großer Paukenschlag: die erste Winterbegehung des Makalu (8463 m) im Alpinstil gemeinsam mit Denis Urubko. Ein Ziel, das Alpinisten 30 Jahre lang vergeblich versucht hatten.