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Bescheidenheit trotz alpiner Höchstleistungen – Roger Schäli

Der Schweizer Bergführer steht seinem Freund Christoph Hainz in Sachen Bescheidenheit nicht nach. In der Bergsport-Szene ist Roger respektiert und beliebt, weil er trotz Höchstleistungen nicht ständig ins Rampenlicht drängt. Erfolg ist für ihn Ergebnis seiner Leidenschaft und nicht Motivation.

Konzentration aufs Wesentliche

Roger Schäli

Der sympathische Schweizer verbrachte Kindheit und Schulzeit in Sörenberg und erlebte dort erste Abenteuer in den Bergen. Die heimischen Alpen sind auch heute noch Rogers »Spielplatz«. Nach seiner Berufsausbildung machte er 2001 mit 23 Jahren das Bergführerdiplom. Von da an konzentrierte sich Schäli vollständig aufs Bergsteigen und Klettern und schon bald stellten sich erste Erfolge ein.

Nominiert für den Piolet d’Or

2002 gelang ihm gemeinsam mit Bruno Hasler und Stephan Harvey die Erstbegehung des Arwa-Spire-Zentralgipfels (6193 m) über die Route »Fior di Vite« (V+, A2, 80°, 780 m) sowie des Arwa-Spire-Westgipfels (M6, A3). Für diese Leistungen wurden sie 2002 für den Piolet d’Or nominiert. Im März 2006 komplettierte Schäli die berühmte Patagonien-Trilogie aus Cerro Torre, Cerro Stanhart und Torre Egger, ein Erfolg, den bisher nur wenigen Alpinisten weltweit verzeichnen konnten. Dass Schäli ein Weltenbummler in Sachen Alpinismus ist, zeigt die Liste seiner Erstbegehungen: »Donnafugata« (VIII+, A2) im Jahre 2004 am Torre Trieste/ Dolomiten oder »Tartaruga« (VIII+/ IX–, A2) 2006 am Asta Nunnat in Grönland – beide gemeinsam mit Christoph Hainz – sind nur einige unter vielen. 2007 gelang ihm – wieder mit Christoph Hainz – ein weiterer Meilenstein. In seiner Hauswand, der Eiger-Nordwand,  glückte die Erstbegehung von »Magic Mushroom« (20 SL, IX, 600 m). 2008 kletterte er die sechs großen Alpen-Nordwände (Eiger, Matterhorn, Grandes Jorasses, Große Zinne, Piz Badile und Dru) innerhalb der ersten sechs Wochen des Jahres. Und 2009 beging er zum Jahresbeginn mit Robert Jasper in Norwegen einen der größten Eisfälle weltweit (»Fosslimonster« M8+, WI6+, ca. 1000 Klettermeter).

Noch lange nicht am Ende

Vierzig Viertausender, Eis- und Mixed-Klettereien bis zum Grad WI6+/M10 und Felsklettereien bis zum Grad 8b zeigen die große alpinistische Bandbreite von Roger Schäli. Dieses Repertoire wird dem stillen Schweizer in Zukunft sicherlich noch einige interessante Erfolge bescheren, die es gespannt zu erwarten gilt.

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