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»Primus inter pares« – Reinhold Messner

Bekannt, berühmt, begeisternd: Der Ausnahme-Alpinist (Jahrgang 1944) fasziniert auch noch nach seiner aktiven Bergsport-Karriere. Wie kein anderer hat der Lehrersohn aus Villnöss bei Brixen/Südtirol die Geschichte des Extremkletterns Ende der 60er-Jahre geprägt: 1968 gelang ihm mit seinem Bruder Günther die Erstbegehung des Heiligkreuzkofel-Mittelpfeilers, heute mit VIII– bewertet. Im Jahr darauf kletterte er als Erster im Alleingang durch die damals schwierigste Eisroute in den Alpen, die  Droites-Nordwand, und durch die »Philipp/Flamm« an der Civetta, eine der damals schwierigsten Felsklettereien in den Dolomiten. Ebenfalls 1969 gelang ihm an der Marmolada di Rocca die Direkte Südwand im Alleingang – ein neuer Ausstieg zur »Vinatzer-Route«. Kurzum, Messner war damals einer der weltbesten Kletterer. Konsequent folgte die Einladung zu seiner ersten Himalaya-Expedition 1970.

Vom Kletterer zum Höhenbergsteiger

Nanga Parbat

Der Name Reinhold Messner steht heute vor allem für herausragende Leistungen im Himalaya-Bergsteigen. Als erster Mensch bestieg er bis 1986 alle 14 Achttausender: Die erste Besteigung des Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff gemeinsam mit Peter Habeler im Jahr 1978 machte ihn weltweit bekannt. Im gleichen Jahr folgte am Nanga Parbat die erste Solobesteigung eines Achttausenders. Schon 1970 war ihm die Überschreitung des Nanga Parbat ohne künstlichen Sauerstoff mit seinem Bruder Günther gelungen, der beim Abstieg ums Leben kam. 1975 glückte Messner am Hidden Peak – wieder mit Peter Habeler – die erste Besteigung eines Achttausenders im Alpinstil.

Abenteurer aus Überzeugung

Messner war einer der ersten Bergsport-Profis. Dennoch ist ihm seine Berg-Philospohie immer wichtig gewesen. Immer wollte er seine Ziele »by fair means« erreichen – das heißt, ohne künstliche Hilfsmittel beim Felsklettern, ohne Flaschensauerstoff beim Höhenbergsteigen. Dem »Grenzgänger« (Messner über Messner) ging es stets um das Ausgesetztsein in wilder Natur. Denn »für ein Abenteuer braucht es Auf-Sich-Selbst-Gestelltsein, Ausgesetztsein und Schwierigkeiten. Ohne Gefahr gibt es kein Abenteuer.«, so Messner.

Vielschichtig engagiert

Heute lebt und arbeitet er in Meran. Den Sommer verbringt der Familienvater auf Schloss Juval im Vinschgau. Messner engagiert sich kulturell wie politisch und bezieht dabei auch unbequeme Positionen. Bis 2005 war er für die Grünen Abgeordneter im Europaparlament. Seit 2003 widmet er sich stark seinem neuen Großprojekt, dem Messner Mountain Museum (MMM) und seiner Stiftung Messner Mountain Federation (MMF).

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